Umwelt/Natur
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Landschaftspflegeverband
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Beispiele unserer Arbeit und Projekte
Grundlage unserer Tätigkeit sind Vorgaben der Naturschutzbehörden. Breiten Raum nimmt auch die selbständige Erstellung von Fachkonzepten ein. Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden im Bereich der Ökokonto- und Eingriffsausgleichsthematik wird ebenso wie die Umsetzung von kommunalen Landschaftsplänen künftig breiteren Raum in der Arbeit des LPV einnehmen.
ü Pflege und Entwicklung von Kalkmagerrasen
Magerrasenpflege an Lech und Wertach wird bereits seit vielen Jahren praktiziert. Größere Flächen hat beispielsweise die Kreisgruppe des Bundes Naturschutz in Pflege.
Aktuell betreut der LPV etwa 60 Hektar Magerrasen- und Magerwiesenkomplexe, um zum Beispiel Orchideen und Enziane zu erhalten. Durch Entfernen von Gehölzaufwuchs können die oft viel zu kleinen Heidereste reaktiviert, vergrößert und verbunden werden. Von den Maßnahmen profitieren viele seltene Pflanzen und Tiere.
ü BayernNetzNatur Projekt "Biotopverbund Wertachauen im Landkreis Augsburg"
Magerrasenpflege an Lech und Wertach wird bereits seit vielen Jahren praktiziert. Größere Flächen hat beispielsweise die Kreisgruppe des Bundes Naturschutz in Pflege.
Im Jahre 2003 wurde vom Landschaftspflegeverband das BayernNetzNatur Projekt "Biotopverbund Wertachauen im Landkreis Augsburg" ins Leben gerufen. Dabei geht es um die Sicherung und Weiterentwicklung der auentypischen Lebensräume. Einzigartig sind die vielfältigen Magerrasen und Streuwiesen (Wertachheiden) sowie die urigen Waldökosysteme. Als Besonderheit sind hier die lichten Grauerlen-Niederwälder zu nennen, in denen noch der giftige Eisenhut und der Österreichische Rippensame leben. Als Vorzeigemaßnahme wurde vor wenigen Jahren der Herbrechtsgraben in Wehringen renaturiert.
Neben Pflege und Verbund der Wertachbiotope ist die Öffentlichkeitsinformation ein wichtiger Baustein im Projekt. So wurden Anfang 2008 zwischen Bobingen und Hiltenfingen 20 Informationstafeln aufgestellt (Wertach-Radweg).
Biotopverbund Wertachauen - Flyer
ü Gewässerrenaturierung, Biotopneuanlagen und Projekte
Flüsse, Bäche und Gräben sind Lebensadern unserer Landschaft. Durch stoffliche Belastungen, fehlende Uferstreifen oder Verrohrung können sie häufig ihre Funktion als Lebensraum nicht mehr erfüllen. Der Ausbau von Fließgewässern, aber auch die Gestaltung von Stillgewässern nach ökologischen Gesichtspunkten wird künftig
Im Rahmen der "Grünen Woche 1999" im Markt Thierhaupten war ein von uns getragenes Beispielobjekt zum ökologischen Fließgewässerausbau zu sehen.
Im Herbst 1999 wurde ein begradigter Wiesenbach bei Hiltenfingen auf einer Länge von gut 1 Kilometer nach ökologischen Gesichtspunkten renaturiert.
Im Sommer 2000 wurde eine etwa 2 ha große
Ackerfläche an der Schmutter bei Hirblingen so umgestaltet, dass neuer Lebensraum für Storch und Biber entstehen konnte.
2001: Pilotprojekt im Zuge des ABSP Umsetzungsprojektes Gennachmoos: Extensive Beweidung von Feuchtwiesen mit Rindern (Langerringen).
Öffnung und Renaturierung eines bisher verrohrten Auwaldbaches auf 1 km Länge in Wehringen (2003).
Renaturierung des Brunnenwassers auf gut 1 km Länge in Thierhaupten.
ü Gehölze als Lebensraumstrukturen
Charakteristische Erscheinungen unserer Flußtäler sind Kopfweiden. Die Felder wurden früher beerntet um Körbe oder Faschinen herzustellen. Wir sorgen für die fachgerechte Pflege von Kopfbäumen, Feldhecken, Streuobstbeständen und deren Neubegründung in strukturarmen Landschaftsräumen.
Schnittgut von Kopfweiden lässt sich hervorragend im Bereich der Kindererziehung verwenden: Eltern und Kinder bauen gemeinsam lebende Zäune, Krabbeltunnels oder "Indianertipis". Unsere Geschäftsstelle vermittelt gerne entsprechendes Weidematerial an Kindergärten, Schulen oder Privatleute.
ü Spezielle Artenschutzprojekte
Für die Vorkommen von hochgradig gefährdeten Tieren und Pflanzen im Verbandsgebiet tragen wir besondere Verantwortung. Bisher wurden spezielle Hilfsprojekte durchgeführt für die Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens) in Gersthofen und Klosterlechfeld, für den Schwarzblauen Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea nausithous) und das Wald-Wiesenvögelein (Coenonympha hero) in Wehringen und Thierhaupten, außerdem für die Wechselkröte (Bufo viridis) in Gersthofen. Ein Gutachten zur Gelbbauchunke im Landkreis Augsburg wurde in 2001 fertiggestellt. Es liefert die theoretischen Grundlagen für geplante Artenhilfsmaßnahmen.
Das Jahr 2008 steht ganz im Zeichen des Wald-Wiesenvögelchens (Coenonympha hero) das in den Wertachauen südlich von Augsburg zu Hause ist. Unter der Schirmherrschaft von Landrat Martin Sailer werden zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt, um diesen hübschen Augenfalter einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Außerdem soll ein wissenschaftliches Gutachten wichtige Ergebnisse zu Verbreitung und Lebensweise dieses hochgradig gefährdeten Schmetterlings bringen. Das Projekt läuft unter dem Motto "Heimlicher Held der Wertachauen". Möglich wird das ganze durch die "Bayerns Ureinwohner"-Kampagne des bayerischen Umweltministeriums und der bayerischen Landschaftspflegeverbände.
ü Biotopverbund und Biotopneuschaffung
Die Schaffung eines funktionsfähigen Biotopverbundsystemes erfordert dauerhaftes Engagement von Kommunen, Landwirten, Firmen, von Bürgerinnen und Bürgern. Besonders eignen sich Grundstücke entlang von Bächen und Gräben, Waldrändern, aber auch stillgelegte Kies- und Sandgruben für Biotopverbundzwecke.
Biotopneuschaffungsprojekte wie ökologische Waldrandgestaltung, Magerrasenreaktivierung, Pflanzungen, Anlage von Teichen, Rohböden, Trocken- und Stauwassermulden wurden oder werden in naher Zukunft auf Grundstücken unserer kommunalen Mitglieder realisiert.
Wenn Sie über Flächen verfügen und diese für Naturschutzzwecke bereitstellen wollen, wenden Sie sich bitte an uns. Projektplanungen, Umsetzung und Finanzierung kann von uns übernommen werden.
ü ABSP-Umsetzungsprojekt "Goldene Weide"
Im Rahmen des Arten- und Biotopschutz-Umsetzungsprojektes "Goldene Weide" wollen wir als Projektträger in den nächsten Jahren versuchen, den einmaligen Charakter der Wiesenlandschaft südlich von Hiltenfingen zu erhalten und zu optimieren. Durch öffentliche Informationsveranstaltungen und die Beteiligung aller betroffenen Gruppen soll die nötige Akzeptanz geschaffen werden. Projektpartner sind Landwirte, Landesbund für Vogelschutz, Jäger, die Gemeinden Langerringen und Hiltenfingen sowie die zuständigen Fachbehörden. Das naturschutzfachliche Entwicklungskonzept, das unter Beteiligung der Naturschutz- und Landwirtschaftsbehörden erarbeitet wurde, liegt seit Juli 2000 vor.
Neben der extensiven Wiesennutzung durch Landwirte sind vor allem Maßnahmen zur Biotopgestaltung und Biotopverbesserung durch den LPV vorgesehen.
Ein hydrogeologisches Gutachten soll Aufschluss darüber geben, durch welche Maßnahmen die Wasserverhältnisse im alten Niedermoorgebiet verbessert werden können.
ü Beweidungsprojekt Gennachmoos
Niedermoore wie das Gennachmoos wurden Jahrhunderte lang von Rindern beweidet, wovon noch heute alte Flurnamen wie "Goldene Weide" zeugen. Durch das damalige nebeneinander von Weiden, gemähten Streu- und Futterwiesen ergaben sich offene, in sich reich strukturierte Lebensraumkomplexe. Mit dem Weideprojekt des Landschaftspflegeverbandes Landkreis Augsburg soll nun ein weiterer Baustein den Biotopkomplex um den alten Moorkern vervollständigen.
Stier "Homer" und seine Mutterkuhherde sorgen seit März 2002 dafür, dass landwirtschaftliche Dynamik zurückkehrt. Das Fressverhalten der Tiere erzeugt eine kleinflächig differenzierte Vegetationsstruktur, die wiederum wertvollen Lebensraum für schützenswerte Tiere und Pflanzen bietet. Die ganzjährige Freilandhaltung kommt den Ansprüchen der Gallowayrinder sehr entgegen. Für die fachmännische Haltung der Tiere sorgt der Gennacher Landwirt Johann Lutz. Natürlich werden die Tiere regelmäßig tierärztlich kontrolliert. Eine wissenschaftliche Untersuchung dokumentiert naturschutzfachliche und ökonomische Aspekte des Projektes, bei dem vierbeinige Landschaftspfleger die Hauptakteure sind.
Ausführliche Informationen zum Projekt erhalten Sie in unserer Infobroschüre "Das Gennachmoos - ein Projekt zur Umsetzung des bayerischen Arten- und Biotopschutzprogrammes im Landkreis Augsburg".
ü Pilotprojekt "Bunte Lechfeldäcker"
Wer kennt heute noch Adonisröschen, Frauenspiegel und Ackerrittersporn? Kaum einer, denn die blauen und roten Farbkleckse sind fast vollständig aus unserer Landschaft verschwunden. Moderne Bewirtschaftungsformen, Pestizideinsatz und Saatgutreinigung haben die farbenfrohen Schönheiten aus den Äckern vertrieben. So sind gegenwärtig in Bayern etwa ein Drittel aller regelmäßig in Äckern vorkommenden Arten in ihrem Bestand bedroht! Betroffen sind neben vielen Pflanzenarten wie zum Beispiel Frauenspiegel, Ackerwachtelweizen und Ackerrittersporn auch Tiere wie Feldhase, Rebhuhn, Feldlerche oder verschiedenen Wildbienenarten. Im Rahmen des Pilotprojektes "Bunte Lechfeldäcker" wird auf zwei Schauäckern die Dreifelderwirtschaft nachgestellt, die bei uns bis ins 19. Jahrhundert verbreitet war. Im Herbst 2009 wurden Dinkel und Roggen ausgebracht und eine sorgfältig ausgewählte Samenmischung heimischer Ackerwildkräuter zwischengesät. Die beiden Flächen wurden freundlicherweise von den Gemeinden Klosterlechfeld und Oberottmarshausen zur Verfügung gestellt. Breits im Sommer 2010 konnten die blühenden Äcker bewundert werden.
Ausführliche Informationen mit Pflanzenporträts wichtiger Ackerwildkräuter erhalten Sie in unserer Infobroschüre "Bunte Lechfeldäcker".
ü Biberproblematik
In Bayern 1867 ausgerottet, breitet sich der Biber nach über 100 Jahren seit Beginn der 90er Jahre im Landkreis Augsburg wieder aus. In unserem Verbandsgebiet besiedelt er vor allem Lech, Wertach und Schmutter. Der "Wasserbauer und Landschaftsgestalter" Biber schafft sich durch seine Aktivitäten allerdings nicht nur Freunde bei Landwirten und Waldbesitzern.
Nach den Maßgaben eines naturschutzfachlichen Konzeptes, das z.Zt. von der unteren Naturschutzbehörde Landkreis Augsburg erarbeitet wird, will der LPV künftig Maßnahmen übernehmen, die im Zusammenhang mit der Betreuung von Biberlebensräumen stehen. Praktische Umsetzungsprojekte zum Biber laufen in Ellgau und Gersthofen.
ü Mitarbeit im Projekt "Lebensraum Lechtal"
Im Landkreisübergreifend angelegten Naturschutzprojekt "Lebensraum Lechtal", das vom Landschaftspflegeverband Landkreis Augsburg unterstützt wird, werden Aktivitäten des Biotop-Verbundes, der naturverträglichen Erholungsnutzung und der Umweltbildung koordiniert.
ü Öffentlichkeitsarbeit
Eine illustrierte Broschüre, ein Pressespiegel und ein Tätigkeitsbericht über die vergangenen Jahre ist gegen Freiumschlag bei der Geschäftsstelle erhältlich, außerdem können 5 Ausstellungstafeln (200 x 80 cm) ausgeliehen werden.