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Geschichte

 
Eine Fülle von vor- und frühgeschichtlichem Material belegt, dass das Gebiet des heutigen Landkreises Augsburg bereits in der Jungsteinzeit (ca. 4000 bis 1800 v. Chr.) und der Bronzezeit (ca. 1800 bis 1200 v. Chr.) besiedelt war. Weitreichende Völkerverschiebungen am Ende 2. Jahrhunderts v. Chr. ließen in Süddeutschland neue Menschengruppen in Erscheinung treten. Zahlreiche Funde zeugen davon, dass das heutige Landkreisgebiet auch in dieser Zeit, der sog. „Urnenfelderkultur“ (ca. 1200 bis 750 v. Chr.), Siedlungsgebiet war.
 
In der Hallstattzeit (ca. 750 bis 450 v. Chr.), lassen sich mehrere größere Siedlungskammern im Kreisgebiet nachweisen, so im Horgauer Becken oder die sog. Wertachttalgruppen, ehe die Kelten unseren Raum nach und nach unter ihre Herrschaft brachten. Erst die Römer beendeten 15 v. Chr. die keltische Vorherrschaft. Die Gründung des römischen Augsburgs und sein Aufstieg zum überregionalen Verkehrsknotenpunkt wiesen entlang der Fernstraßen Ansiedlungen, Gutshöfe, Werkstätten und Friedhöfe entstehen. Wichtiges und weit über die Grenzen Schwabens hinaus bekanntes Bodendenkmal aus römischer Zeit ist bis heute die Fernstraße Via Claudia, die Augsburg mit Oberitalien verband.
 
Mit dem Einfall der Alemannen über den Limes im Jahr 233 und dessen endgültigen Fall 260, nahm deren Besiedlung unseres Raumes, die sich um 500 unter der Schutzherrschaft des Ostgotenkönigs Theoderich nochmals verstärkte, ihren Anfang.
 
Im Zuge der von den Franken ausgehenden Christianisierung bildeten sich bald Herrschaften, von Einzelherren aus, die als Lehensinstanzen den Sippenverband der Stämme ersetzten. Die große politische Entwicklung forderte zunehmend eine Übertragung von Herrschaftsbefugnissen an neue Grundherren. Immer mehr wurden königliche Beamte, die Grafen, mit der Verwaltung betraut. Bedeutsam war auch die Nähe des Bischofssitzes Augsburg. Der Bischof wurde allmählich zum Herren eines ausgedehnten Grundbesitzes. Mit Bischof Ulrich, dessen Persönlichkeit im Zusammenhang mit der Ungarnschlacht auf dem Lechfeld 955 in das Licht der europäischen Geschichte trat, begann die Augsburger Bischofskirche zum bestimmenden Herren unserer Region aufzusteigen.
 
Vom 11. bis 13. Jahrhundert entstanden weitere Rodesiedlungen, die teilweise von bischöflichen Forsthöfen ausgingen, im 14. Jahrhundert dann die sog. Rechteckangerdörfer, die von kleineren Grundherren angelegt wurden. Der schwäbische Niederadel trat als Grundbesitzer jedoch allmählich in den Hintergrund. Dafür erwarben seit dem ausgehenden 13. Jahrhundert das frühe Augsburger Patriziat und auch Kaufleute der aufstrebenden Stadt im Umland zahlreiche Höfe, Zehnten und Dörfer, teils mit Herrschaftsrechten. Den umfangreichsten Grundbesitz mit entsprechenden Rechten wie Dorfherrschaft und Niedergericht hatten jedoch die im Hochmittelalter und an der Schwelle zum Spätmittelalter gegründeten Augsburger Klöster, Stifte und Spitäler in Händen.
 
Im Bauernkrieg von 1525 schlossen sich auch im Zusamtal und in der Reischenau aufgebrachten Bauern zusammen. Das Kloster Oberschönenfeld wurde geplündert.
 
Besonders schlimm wütete der Dreißigjährige Krieg in unserem Gebiet. Der starke Bevölkerungsschwund als Folge des Krieges wurde durch Zuzüge aus Württemberg, Böhmen, Tirol und der Schweiz einigermaßen wieder wettgemacht.
 
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fiel unser Raum im Zuge der Machtpolitik Napoleons an Bayern. Am 26. November 1802 wurde u. a. das Hochstift Augsburg und das Reichsstift Sankt Ulrich und Afra und andere Klöster samt ihrem Eigentum Bayern zugeschlagen. Die Fürsten, Grafen und Reichsritter ereilte am 12. Juli 1806 das selbe Schicksal.
 
Mit Montgelas setzte in Bayern eine Reihe durchgreifender Verwaltungsreformen ein, die sich bis in das 20. Jahrhundert fortsetzen sollte.
 
1938 führte man eine Umbenennung der 1838 geschaffenen Bezirke in Landkreise durch; für sie wurde 1952 dann eine Landkreisordnung erlassen. Die Gebietsreform von 1972 führte die beiden Landkreise Augsburg und Schwabmünchen zum heutigen Landkreis Augsburg zusammen. Dazu kamen noch ein Großteil des ehemaligen Landkreises Wertingen sowie einige Orte der Altlandkreise Donauwörth und Neuburg an der Donau. Die Gebietsreform fand 1978 durch Gemeindezusammenlegungen ihren Abschuss. Der Landkreis Augsburg gehört heute wie die Stadt Augsburg zum Regierungsbezirk Schwaben.